Das Buch
Das Buch 2018-06-10T23:43:02+00:00

Das Buch

Zum 200. Todestag Immanuel Kants (12.02.2004) ist meine Untersuchung, die im Juli 2002 an der Technischen Universität Berlin als Promotionsschrift angenommen worden ist, im Druck erschienen. In den sechs Jahren ihres Entstehens wurde die Arbeit von Herrn Prof. Dr. Hans Poser (Berlin) und Herrn Prof. Dr. Walter Jaeschke (Bochum) betreut und ist mit der Bestnote ausgezeichnet worden.

Meine Studie beschreitet Neuland in der Kantforschung und legt nach 200 Jahren Rezeptionsgeschichte ungeahnte Fundamente des Kantischen Denkens frei. Hieraus ergeben sich neuartige Perspektiven für das Verständnis von Kants gesamter Philosophie.

Ich freue mich, den Verlag der Technischen Universität Berlin gefunden zu haben, der das Buch innerhalb seines Förderprogramms für herausragende wissenschaftliche Arbeiten an der TU Berlin vertreiben wird und bin froh, dass es durch einen niedrigen Verkaufspreis einer großen Leserschaft zugänglich sein wird. Mein großer Dank gilt allen, die als Förderer und Mäzene mitgeholfen haben, daß dieses Buch im Druck erscheint.

Gerhard Schwarz:
Est Deus in nobis. Die Identität von Gott und reiner praktischer Vernunft in Immanuel Kants „Kritik der praktischen Vernunft“.
Verlag TU Berlin, 2004.
Standardleinen, Fadenheftung, 320 Seiten, € 19,90.
ISBN 3-7983-1924-3
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Neue Perspektiven für die Kantforschung

Die zeitgenössische Kantforschung hegt die Auffassung, Kant begreife den Menschen als prinzipiell endliches Wesen und die menschliche Vernunft als eine prinzipiell endliche Vernunft. Die Ergebnisse meiner Studie zeigen, daß diese Meinung nicht aufrecht erhalten werden kann. Nicht nur, daß Kant selbst im Opus postumum explizit das Gegenteil behauptet. Die Untersuchung führt vor Augen, daß auch Kants kritische Vernunftkonzeption die behauptete Endlichkeit an vielen, systematisch entscheidenden Stellen sprengt. Für die Kritik der praktischen Vernunft, insbesondere für deren Dialektik und die Postulatenlehre ist festzustellen, daß Kant die reine praktische Vernunft und ‚Gott‘ als miteinander identische Wesenheiten auffaßt und das vernünftige Wesen (den Menschen) als ein letztlich nicht-endliches Wesen begreift.

Damit ergeben sich nicht nur neue Perspektiven für das Verständnis von Kants kritischer Vernunftkonzeption, sondern auch ein neuer Blick auf Kants Theorie zur Bestimmung des Menschen (Anthroponomie). Und abgesehen von neuen Perspektiven auf Kants philosophische Theologie zeigt sich für Kants Religionsphilosophie, daß Religion nach Kant ein Selbstverhältnis des Menschen ist, das dieser irrtümlich für ein Fremdverhältnis hält.

Wie diese Befunde von der Kantforschung in den nächsten Jahren aufgenommen werden, wird sich zeigen. Ich möchte alle Forscherinnen und Forscher ermutigen, in der von mir gesehenen Richtung des Kantverständnisses fortzuschreiten. Mir hat sich in der langjährigen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand meiner Arbeit der anfängliche Verdacht in Gewißheit verwandelt, daß in der bisherigen Forschung zentrale und für das Verständnis der Kantischen Philosophie maßgebliche Aspekte übersehen oder gar systematisch ausgeblendet werden.

Kant ist in einigen zentralen Bereichen seiner Philosophie noch unentdeckt. Für die zukünftige Forschung gibt es viel zu tun, und ich würde mich freuen, wenn der von mir skizzierte Ansatz für ein neues Verständnis der Kantischen Philosophie ein kritisches, aber offenes und sachorientiertes Diskussionsforum fände.

Vorwort, Inhaltsverzeichnis & Einleitung

Hier finden Sie Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Einleitung der Studie. >hier